Süsslicher Lindenblütenduft strömt in meine Nase.
Tief atme ich ein, im Schatten der alten Linden.
Entlang der Aare gehe ich flussaufwärts, voller Vorfreude auf das kühle Nass – auf das Wasser, das mich mit sich nimmt.
Die Sommerhitze hat die Steine aufgewärmt. Heiss brennen meine Fusssohlen, sodass ich mich rasch auf den dürren Grasstreifen neben dem geteerten Weg rette. Uff, zum Glück! Die Sonne brennt auf meiner Haut. Ich gehe schneller, denn weiter vorne empfängt mich bereits der kühle Schatten der nächsten grossen Bäume.
Mein Körper versteht sofort: den Duft, den Schatten, die Sonne auf der Haut. Die Hitze an den Füssen, das kühle Wasser, die Strömung, die mich zieht. Alles fliesst – auch mein Atem, der sich verändert.
Ich schwimme, tauche unter, höre die Kiesel rauschen, tauche wieder auf – flussabwärts getrieben. Zuerst kühlt sich meine Haut ab, dann mein ganzer Körper, bis in die Knochen.
Wieder vorbei an den Linden. Ich atme ein, bin tief beglückt:
vom zartbetörenden Duft, von der Frische des Wassers, vom Schatten dieser Bäume.
2. Juli 2026, Valentina Zürcher
Inspiration
Stell dir eine fein duftende Blüte vor und atme sanft durch die Nase ein.